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    Wenn das, was du hörst, nicht zum Gesichtsausdruck passt.
    Gedanken

    Wenn das, was du hörst, nicht zum Gesichtsausdruck passt.

    Wenn zwei Sinne Unterschiedliches wahrnehmen
    oder selbst Ihr Innerstes nicht mit Ihrem Äußeren synchron ist.

    Es kann durchaus eine Herausforderung sein, wenn das Gesicht einen eigenen Willen hat. Zum Beispiel, wenn es darum geht, dem anderen ein Lächeln zu schenken (oder zu denken, Sie müssten ihr oder ihm eines schenken), obwohl Ihnen nach vielem ist, nur nicht danach, dem anderen ein Geschenk zu machen.

    Mir geht es da eher wie der Katze. Mein Gesicht hat eine Eigendynamik, sodass es nahezu unmöglich ist, mein Innerstes nicht nach außen zu tragen – vor allem, wenn es um gegenseitige Sympathie geht – oder eben nicht. Doch ist dies nicht auch tatsächlich ein Geschenk, um offener durch die Welt gehen zu können? Sich eben nicht mühevoll gegen die eigene Natur zu stellen, bis sie dir wie eine Urgewalt zeigt, dass nun Schluss ist – vor allem mit lustig. Und sei es durch körperliche Symptome. Ist es nicht kräftezehrend, „gute Miene zum bösen Spiel zu machen“, obwohl schon lange keine Spiellust mehr besteht?

    Anette Louisan beschrieb es in einem Lied: „Meine Sinne sind nicht mehr synchron.“ Gut, bei diesem Lied ging es um zu viel Prosecco. Und doch.

    Du kannst nur glücklich sein, wenn das, was du denkst, sagst und tust in Harmonie ist.“
    (Mahatma Gandhi)

    Ich erlebe es so oft, zu oft für mein Empfinden. Ob im privaten und vor allem im beruflichen Bereich, wie schwer es vielen Menschen nach wie vor fällt, wirklich zu formulieren, wie es ihnen geht, was genau sie empfinden. Welche Bedürfnisse sie haben. „Frau Pötz, was soll ich denn bitte für Bedürfnisse haben? Können Sie mir bitte ein paar Beispiele nennen?“

    Oder nehmen wir die Möglichkeit, eine Bitte zu formulieren und diese Chance nicht zu nutzen – auch wenn es lediglich darum geht, dass das Fenster zugemacht wird, weil der Mensch ansonsten mit einer fetten Halsentzündung am nächsten Tag im Bett liegt, weil er zugempfindlich ist. Nein, da wird lieber stoisch geschwiegen, werden Stresshormone aufgebaut, sich in negative Emotionen hineingefühlt, das Verhalten angepasst (meist wird hintenrum gebruddelt) und die Tropfnase in Kauf genommen.

    Na dann. Wie hoch ist der Preis, wenn es mal nicht um ein offenes Fenster, sondern um elementare Themen geht? Konflikte, ob offen ausgetragen oder im Verborgenen, Krankschreibungen, Suchtverhalten etc. Natürlich sind dies extreme Beispiele und doch auch mein beruflicher Alltag. Leider.

    Selbstverständlich gibt es auch Menschen, die ganz klar mit sich und der Welt sind. Die selbstbewusst formulieren, was sie bewegt und ärgert, ohne sich dabei tagelang mit bremsenden Glaubenssätzen zu mühen wie: „Das ist meine Führungskraft, da kann ich das doch nicht sagen.“ Sich nicht ihren zu großen inneren Antreibern, z. B. „Mach es allen recht“ oder ihrem Element des Wassers „Ich fühle mich mit anderen verbunden und möchte Harmonie“ hingeben, sondern diese wahrnehmen, gesund integrieren und trotzdem ihre Perspektive vertreten.

    Kennen Sie solche Momente, in denen Ihr Innerstes nicht mit dem im Spiegel übereinstimmt?

    Wo Sie sich etwas sagen hören und dabei Ihr Bauch beginnt zu grummeln, Ihre Stimme brüchiger wird oder gar versagt? Wo das Gesagte Ihres Gegenübers mit dem anschließenden Handeln nicht übereinstimmt und Sie trotzdem nicht nachhaken, sondern sich lieber bei anderen ausk… oder still vor sich hin leiden?

    Wenn ja, hier ein Gedanke für Sie:

    Wie viel sind Sie sich selbst wert, Ihre bisherige Hürde näher anzuschauen? Anlauf zu nehmen, um sie schließlich zu überwinden und in ein Leben einzutauchen, das sich so viel klarer, echter und zufriedener anfühlt? Und sich nicht nur so anfühlt (denn Gefühle können trügerisch sein), sondern vor allem auch SO IST.

    Also: Kiss me Cat, mach ein anderes Gesicht oder troll dich.

    Trollen ist dabei mein Stichwort.
    So gehe ich vom 02.08. bis 18.08.2021 in meine Gedanken-Pause.

    Ich lasse meine fünf Sinne vielleicht mal einen Moment links liegen und gebe mich meinem sechsten Sinn hin (dem Sinn der Körperwahrnehmung). Mal schauen, was so passiert.

    Wir sehen, lesen, hören oder spüren uns wieder. Ich freue mich darauf.

    (Bildnachweis: Amy & Kurt / instagram@amyandkurt)

    28. Juli 2021 0 Kommentare
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